Vorwort

Seit ich bei meinem sechsmonatigen Praktikum in der Post-Production von Paul Ripke vor etwa sechs Jahren bei Ruth und Christoph eingeimpft bekommen habe mit einem Grafiktablet zu arbeiten und die Vorteile dieser schönen Geräte kennen und schätzen gelernt habe, will ich diese Geräte nicht mehr in meinem Alltag missen. Relativ zügig hatte ich mir ein Wacom Intuos 3 Medium gekauft, welches ich hier über den Blog erst neulich verkauft habe. Es hat mir also eine relativ lange Zeit treu gedient.

In den vergangenen drei Jahren sind die “aufwändigeren” Arbeiten jedoch abgeflacht, weshalb ich eher dann und wann mal, wenn nötig, das neuere Wacom Intuos 4 Medium meiner Freundin Lea aus der Schublade hole, welches immerhin schon über Bluetooth verfügt. Wenn es eine Sache gibt die ich wirklich hasse, ist das der Kabelsalat oder unaufgeräumte Schreibtische. 😀

Meist habe ich mich damit begnügt die Regler in Lightroom und “die paar Pfade und Masken” in Photoshop mit meiner Logitech MX Master 2S oder dem Macbook-Touchpad zu bearbeiten. Das klappt soweit ja auch ganz gut. Geht mir aber nach kurzer Zeit nur gehörig auf den Senkel, das stumpfe geklicke. Dennoch finde ich, ist das Wacom Intous 4 ist in Medium zu groß, um es dauerhaft auf dem Tisch liegen zu haben. Die Express-Keys an der linken Seite nutze ich sowieso nicht.

Da sich die Anzahl meiner Photoshop-Intensiveren Arbeiten seit dem Beginn meiner Selbstständigkeit vor exakt einem Jahr nun wieder sehr erhöht hat, war ich es Leid, ständig das Intuos 4 rauszukramen. Dann lieber mit der Maus. Arrrgh. Auch kacke. Man. Und transportabel ist es schon mal gar nicht. Ich brauche was kleineres. Was ich auch mal in den Rucksack stecken kann, damit ich auch on Location, im Zug oder im Home-Office arbeiten kann.

Also habe ich mich umgeschaut und retschatschiert, was der Markt hergibt. Klein, leicht und am besten Wireless sollte es sein. Und dann sah ich es. Es war Liebe auf den ersten Klick. Das neue Wacom Intuos S in schwarz.

Wacom Intuos S mit Bluetooth

Gesehen, bestellt und nach einer gut einstündigen Befreiungsaktion aus dem Briefkasten, zu dem mir leider der Schlüssel fehlt, hatte ich es endlich vor mir liegen. Und es ist verdammt klein. Aber das ist ja auch schön und genau so gewollt. Ich zeige euch mal einen kleinen Vergleich mit dem iPhone X:

Wie immer gibt’s auch ein paar Hard-Facts für alle interessierten, die gerne über Technik lesen.

Die Intuos-Serie von Wacom ist “Einsteiger”-Variante im Tablet-Segment. Die Damen und Herren von Wacom haben mich in letzter Zeit mit ihren vielen Namensänderungen im Sortiment ziemlich verwirrt. Aber das ist jetzt vergangenheit. Die mit 8,8mm Höhe sehr dünne Intuos-Serie gibt es sowohl in der Größe S (152,0 x 95,0mm; 250g) als auch in M (216,0 x 135,0mm; 410g) und in zwei verschiedenen Farben: schwarz und Pistaziengrün. Die S-Version gibt es entweder mit oder ohne Bluetooth, die M-Version gibt es ausschließlich mit Bluetooth. Ergibt halt auch einfach Sinn. Bei der S-Variante trennen die beiden Versionen auf Amazon ganze 8€ – ich würde also eher dazu tendieren direkt die BT-Version zu nehmen.

Die Tablets verfügen, im Gegensatz zu ihren großen Brüdern und Schwestern der Intuos Pro Serie, nicht über einen Multi-Touch, das heißt ihr könnt es leider nicht wie ein Trackpad mit den Fingern nutzen. Dafür kostet euch die S-Version mit BT auch keine 190€ sondern “nur” 85€.  Eigentlich möchte ich das Intuos auch gar nicht mit der Pro Serie vergleichen, denn diese hat klar ihre Vorzüge und diese rechtfertigen wohl auch den Preis. Konzentrieren wir uns wieder auf das “normale” Intuos.

Zum Tablet an sich erhält man neben einer schönen Verpackung noch den neuen 4k Wacom Stift, der kabellos, batterielos mit 4096 Druckstufen und einem programmierbaren Seitenschalter agiert. Weiterhin liegt logischerweise noch ein 1,5 m langes, PVC-freies USB zu Micro-USB Kabel mit L-förmigem Stecker. Den Stift an sich kann man hinten aufdrehen und man erhält drei Ersatzspitzen. Eigentlich sehr fair, wenn man bedenkt, dass der Stift alleine schon 40€ kostet. Dem Stift an sich fehlt zwar ein gummierter Griff, er liegt aber dennoch gut in der Hand – ein Stift halt. Die beiden Zusatztasten sind gut erreichbar. Ich selbst habe auf den unteren Key den Doppelklick und auf den oberen Key den Einzelklick programmiert. Dank dem via Download-Center erreichbaren Wacom Desktop Center kann man sich allen möglichen Kram selber einstellen – sehr gut!

Die fest verbaute Li-Ion Batterie sorgt angeblich für einen Betrieb von mindestens 15 Stunden, die Ladezeit kann bis zu 3,5 Stunden in Anspruch nehmen. Klingt sehr, sehr vernünftig. Ich kann dazu nur leider noch nichts sagen, das wird sich mit der Zeit im Praxiseinsatz zeigen.

Am oberen Ende des Tablet befinden sich neben dem Power-Schalter auch noch vier nach belieben anpassbare ExpressKeys, auf denen man seinen Stift legen kann, wenn man das Tablet gerade mal nicht nutzt. Ganz grundsätzlich ist das Tablet so designed, dass man mehr als 3/4 der Fläche aktiv nutzen kann, ohne das einen nervige Rahmen an der Arbeit hindern.

Nach dem ersten auspacken geht’s erstmal daran, das Tablet zu installieren und mit meinem Bluetooth zu verbinden. Dazu steckt man zunächst das Kabel an um eine Verbindung herzustellen. Danach das Kabel ab, einmal auf den Knopf in der Mitte drücken bis er blau leuchtet und in euren Bluetooth-Einstellungen koppeln – fertig. Das ging bei mir hier auch echt mühelos. Dennoch muss es zunächst erstmal danach via Kabel aufgeladen werden.

Und dann geht’s auch schon los. Das Tablet ist einsatzbereit und was soll ich noch groß schreiben? Es funktioniert. Und das sehr gut. In Photoshop gibt’s keine Mängel, ich habe genug Platz auf dem Tablet und wenn mir die Größe mal nicht reicht wird halt reingezoomed. Easy.

Ich mag euch noch mal unter die Nase reiben WIE klein das Tablet wirklich ist, im Vergleich zu einem Medium-Brett und einem 27″ iMac:

Damit ich das Kleine Schwarze auch immer sicher mit auf Reisen nehmen kann, habe ich mir diese praktische Tasche von Khanka gegönnt. Da passt alles rein und schön stabil ist sie obendrein.

Fazit:

Das war’s auch schon wieder. Ich kann das kleine Ding jetzt schon sehr empfehlen. Wacom ist eh eine Marke auf die man bauen kann. Mit dem kleinen Intuos S habe ich meine optimale Lösung für den Schreibtisch und To-Go gefunden und hoffe das ich ab jetzt von Klick-Krämpfen verschont bleibe. Wer also auf viele Express-Knöpfe, fancy Displays und eine größere Zeichenfläche verzichten kann und eher eine portable, kleine Version bevorzugt ist mit dem für um die 85€ erhältlichen Intuos S sehr gut aufgestellt. Gerade auch Einsteiger können sich damit perfekt an die Welt der Tablets gewöhnen.

Wenn ihr Fragen habt, posted sie einfach in die Kommentare und ich werde sie euch so gut ich kann beantworten. 🙂

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Danke für euer Aufmerksamkeit!

Bis bald,

Kai